Der TSV München von 1860 e.V.
gehört zu den größten deutschen Sportvereinen, alleine die Fußball-Abteilung hat über 20.000 Mitglieder. Der Verein bietet darüber hinaus ein abwechslungsreiches Sportprogramm mit den Abteilungen Basketball, Bergsteigen, Boxen, Faustball, Freizeit, Kegeln, Leichtathletik, Ringen, Senioren, Ski, Tennis, Turnen und Wassersport. Das Vereinsgelände mit neuer Geschäftsstelle, Trainingszentrum, Fanshop und Gastronomie-Angeboten lädt in der Grünwalder Straße 114 zum Besuch ein.

Gründung:
Am 15. Juli 1848 wurde im Saal der "Buttleschen Brauerei zum Bayerischen Löwen" der "Münchner Turnverein" gegründet. Da diese Art von Zusammenschluss von der Obrigkeit zwölf Jahre lang wie damals üblich als "Anstalt der Verpestung" verboten wurde, erblickte der Verein erst am 17. Mai 1860 offiziell das Licht der Welt. „Turnverein München von 1860“ nannte man sich dann im Jahr 1898, die Fußballabteilung wurde am 6. März 1899 ins Leben gerufen und das erste Duell mit einem Gegner fand drei Jahre später statt.

Meilensteine.
1911 werden wichtige symbolische Meilensteine gesetzt: Der berühmte Löwe schmückt seit diesem Jahr das Vereinswappen und die Sechziger trugen ihre Spiele auf einem neu gepachteten Grundstück an der Grünwalder Straße aus. Bereits 1926 wurde auf diesem Grundstück ein 35.000 Zuschauer fassendes Stadion fertiggestellt, das nach dem damaligen Präsidenten Heinrich Zisch benannt wurde. Nach dem sich in den 20er Jahren die Fußball- und andere Abteilungen auf Anordnung der deutschen Turnerschaft vom Turnverein trennen mussten, gab es bis 1934 den T.V. 1860 und den S.V. 1860. Erst 1934 erhielt der Verein dann seinen heutigen Namen. Interessanterweise fallen in diese Zeit der Trennung auch die ersten großen Erfolge des Vereins. Mit dem Erreichen des Halbfinales um die deutsche Meisterschaft 1927 und 1933 und die Vizemeisterschaft 1931. Vater des Erfolgs war Trainer Max Breunig.

Spielzeiten ab 1945:
Von 1945 bis 1953 gingen die Löwen in der Oberliga Süd auf Torjagd. Nach zwei Spielzeiten hintereinander in der 2. Liga Süd schafften sie in der Saison 1955/1956 den Wiederaufstieg in die damals höchste Spielklasse, die Oberliga Süd. Nach einem zwischenzeitlichen Abstieg in die 2. Liga Süd nach der Saison 1956/1957 konnten sich die Sechziger von 1957 bis 1970 als feste Größe im "Fußball-Oberhaus" etablieren und zählten in der Saison 1963/1964 immerhin zu den Gründungsmitgliedern der neuen Bundesliga. 1964 wurde die Mannschaft zum zweiten Mal nach 1942 als Sieger des Deutschen Pokalwettbewerbes gefeiert.

Erfolge:
Kapitän Peter Grosser mit der Meisterschale 1966
In dieser Zeit kamen die Triumphe Schlag auf Schlag: Nach der Europapokal-Vizemeisterschaft im Jahr 1965 gegen West Ham United folgte schon in der Saison 1965/1966 die erste und einzige Deutsche Meisterschaft. In der darauffolgenden Saison 1966/1967 wurden die Sechziger wieder Deutscher Vizemeister. Diese großen Erfolge sind mit einem großen Namen verbunden: Max Merkel, charismatische Trainer-Ikone und sportlicher Leiter des TSV 1860 München von 1961 bis 1966.

Spielzeiten ab 1970:
In den siebziger Jahren spielte der Verein in der damaligen Regionalliga Süd (1970 bis 1974) und daraufhin in der 2. Bundesliga Süd (1974 bis 1977). Nach zwischenzeitlichen Spielzeiten in der ersten Liga (Saison 1979/1980 und 1980/1981) folgte der Abstieg in die 2. Bundesliga. Ein Jahr später wurde dem Verein aus finanziellen Gründen die Lizenz für die 2. Bundesliga entzogen. Man musste in die Bayernliga (die heutige Regionalliga), wo der TSV 1860 München mit Ausnahme eines kurzen Intermezzos in der 2. Bundesliga Süd von 1991/1992 bis 1993 spielte.

1993-1997:
Als viele die Sechziger schon abgeschrieben hatten, starteten sie ein sensationelles Comeback. Auf die Rückkehr in die 2. Bundesliga in der Saison 1993/1994 folgte der direkte Aufstieg in die 1. Bundesliga. Nach dem Gewinn des DFB-Hallen-Pokals als Saisonauftakt 1996/1997 schafften die Löwen am Ende den so lange erträumten Sprung ins internationale Geschäft. Die Teilnahme am UEFA-Cup war für den TSV München von 1860 e.V. nach dem Wiederaufstieg der bis dahin größte Erfolg in der Vereinsgeschichte.

ab 1999:
Die Saison 1999/2000 wurde mit weiteren Höhepunkten bereichert: Neben zwei historischen Derbysiegen gegen den FC Bayern München in einer Runde erreichte die Mannschaft am Saisonende den vierten Tabellen-Platz und damit die Qualifikationsrunde für die Teilnahme an der "Königsklasse" Champions-League. Mit diesen hervorragenden Leistungen wurde die Erfolgsgeschichte der Löwen seit 1992 nicht nur fortgeschrieben, sondern gebührend gekrönt. Nach dem Ausscheiden gegen Leeds United (1:2, 0:1) nahmen die Löwen am UEFA-Cup teil, Endstation war die dritte Runde gegen den AC Parma (2:2, 0:2). In den beiden darauf folgenden Spielzeiten versuchten die Löwen über den UI-Cup ins internationale Geschäft einzuziehen, 2001 schied man gegen Newcastle United (2:3, 1:3) aus, 2002 gegen die Weißrussen Bate Borisov (0:1, 0:4). Mit nur 32 Punkten in der Saison 2003/2004 stieg der TSV 1860 nach zehn Jahren Erstligazugehörigkeit wieder in die zweite Liga ab.

Stadien:
Die Mannschaften des Vereins spielen in zwei Fußballstadien, im Olympiastadion wird heute kein Fußball mehr gespielt.

Die Allianz Arena – die Stadionanteile (50 %) wurden im April 2006 an den FC Bayern verkauft, um eine akut drohende Insolvenz abzuwenden – ist Spielstätte der Fußballprofimannschaft des Vereins. Die Arena wurde für geschätzte 340 Millionen Euro errichtet, Baubeginn war am 21. Oktober 2002. Vor der Saison 2005/2006 löste sie das bis dahin genutzte Olympiastadion ab. Sie liegt im Norden des Münchner Stadtteils Schwabing-Freimann in der Fröttmaninger Heide.
Eine Besonderheit des Stadions ist die aus 2760 ETFE-Folienkissen (Ethylen-Tetrafluorethylen) hergestellte Fassade. Die Kissen werden ständig mit getrockneter Luft aufgeblasen und können wahlweise in blau (bei Spielen von 1860), rot (bei Spielen des FC Bayern) oder weiß (bei Spielen der deutschen Nationalmannschaft) beleuchtet werden. Die Allianz Arena gehörte unter dem Namen FIFA WM-Stadion München zu den zwölf Stadien bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland.

Eröffnung: 30. Mai 2005, Fassungsvermögen: 69.901 Plätze.

Grünwalder Stadion in Giesing. Das Städtische Stadion an der Grünwalder Straße wird als Spielstätte der U23 und U19 genutzt. In dem Stadion wurde 1966 die Meisterschaft gefeiert. Auch deshalb wird es von vielen Fans bis heute als die „Heimat“ des Vereins angesehen. Die Sportstätte wurde 1926 fertiggestellt, fasste damals 40.000 Zuschauer und trug den Namen Heinrich-Zisch-Stadion. 1937 musste das Stadion in einer Finanzkrise des Clubs an die Stadt München verkauft werden, auch heute ist es noch Eigentum der Stadt. Es kursieren Pläne der Stadt, das Stadiongelände für ca. 15 Millionen Euro zu veräußern, um den Haushalt zu konsolidieren. Initiativen wie Freunde des Sechzger Stadions e.V. und die Wählergruppe Sechzgerstadion e.V. setzen sich für den Stadionerhalt ein. Nach der Süddeutschen Zeitung wird wegen nicht vorhandenem Investor das Stadion für Amateure und Jugendteams bis 2018 benutzt.[2]

Seit dem vollständigen Umzug ins Olympiastadion (zur Saison 1995/96) ist die Fangemeinschaft des Traditionsvereins gespalten. Traditionalisten, die eine Abgrenzung zum FC Bayern und eine eigene Identität fordern, haben weder das Olympiastadion noch die neue Allianz-Arena angenommen, was immer noch für Konfliktstoff innerhalb der Fanszene sorgt.

Eröffnung: 23. April 1911, Fassungsvermögen: 21.272 Plätze (Saison 2004/2005)

Olympiastadion im Olympiagelände. Das Olympiastadion, das ebenfalls Eigentum der Stadt München ist, wurde zwischen 1994 und 2005 regelmäßig vom Verein für Fußballheimspiele genutzt. Es wurde für die 20. Olympischen Sommerspiele 1972 für geschätzte 137 Millionen DM gebaut und dient sowohl für Leichtathletikveranstaltungen und Fußballspiele als auch für kulturelle Veranstaltungen. Die Rekordzahl von schätzungsweise 90.000 Zuschauern wurde beim Spiel des TSV 1860 gegen den FC Augsburg am 15. August 1973 aufgestellt (siehe oben).

Eröffnung: 26. Mai 1972, Fassungsvermögen: 69.466 Sitzplätze.